Leseprobe aus dem "Tal der Schmetterlinge"

Die 1. Kurzgeschichte, die ich veröffentlicht habe, heißt "Tal der Schmetterlinge". Sie basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt von einer Frau namens Mona, die sehr naturverbunden ist. Bei einem Urlaub in den Bergen, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Martin verbringt, hat sie eine besondere Begegnung mit Schmetterlingen. Außer in dem Buch "Vom Leuchten der Sterne" gibt es sie auch zusammen mit einigen Gedichten in einer Broschüre. Das Heft ist zu einem Preis von 1,00 € bei meinen Lesungen, bei den Ausstellungen, die ich jedes Jahr besuche, und natürlich auch nach telefonischer Absprache, wie alle meine Bücher und Karten, bei mir zuhause erhältlich.

 

 

Tal der Schmetterlinge 

 

Mona packt das letzte Kleidungsstück in den Koffer und klappt den Deckel zu. Koffer packen ist nicht gerade ihre Stärke. Aber es muss nun einmal sein, denn am nächsten Tag will sie mit ihrem Mann in den Urlaub fahren. Sie freut sich schon sehr darauf, vierzehn Tage in der schönen Bergwelt des Werdenfelser Landes zu verbringen.

Ihr Mann kommt zur Tür herein, als sie gerade damit beschäftigt ist, den Kofferdeckel zu schließen. Aber es will ihr nicht gelingen.

"Bist du mit dem Einpacken fertig, Mona?", fragt er. "Ich habe die Blumen gegossen und die Fahrradträger aufs Auto montiert. Ich bin dann fertig, und wir können zu Abend essen, wenn du möchtest."

"Ich habe alles eingepackt und bin auch soweit fertig, aber ich bekomme diesen Koffer einfach nicht zu. Kannst du mir bitte helfen", antwortet Mona.

"Ja, ja, liebe Mona, es ist doch jedes Jahr das Gleiche. Bestimmt hast du wieder den halben Kleiderschrank eingepackt", neckt Martin sie. "Lass mal sehen, das habe ich gleich."

Martin weiß, dass seine Frau sich nie entscheiden kann, was sie mitnehmen will, und so packt sie meistens zu viel ein. Inzwischen hat er sich daran gewöhnt. Warum soll er sich also deswegen mit ihr streiten.

"So seid ihr Frauen nun mal", meint er. "Wir Männer könnten mit einem kleinen Rucksack in Urlaub fahren."

"Dann ist es ja gut, und somit auch ausgegleichen", kontert Mona.

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel zwischen den beiden, aber sie nehmen es stets mit Humor.

 

Mona ist ein absolutes Landei. Das will sie auch gar nicht leugnen. Seit ihrer Geburt lebt sie auf dem Land. Sie käme niemals auf den Gedanken in eine Stadt zu ziehen. am Ortsrand ihrer Heimatgemeinde haben Martin und sie sich vor vielen Jahren ein Haus gebaut und fühlen sich sehr wohl darin. In dem kleinen Garten blühen fast das ganze Jahr über Blumen. Die Bäume, die auf dem Grundstück stehen, bieten den Vögeln viele Nistmöglichkeiten, sodass sie ich dort häuslich niedergelassen haben. So können sich Mona und Martin das ganze Jahr über an Vogelgezwitscher erfreuen.

 

* * *

 

Schon seit ihrer Kindheit hat Mona einen besonderen Zugang zur Tierwelt. Ganz besonders die heimische Vogelwelt hat es ihr angetan. Die Geschichte des heiligen Franziskus faszinierte sie schon als Kind, weil von ihm berichtet wurde, dass er mit den Tieren sprechen konnte. Das kann sie zwar nicht, aber sie ist früher oft mir ihrem Vater im Winter in den Wald gegangen, um die Vögel zu füttern und zu beobachten.

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ein Waldmohrenfalter auf meiner Hand (Foto © Renate Fachinger)
ein Waldmohrenfalter auf meiner Hand (Foto © Renate Fachinger)